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Postamt (Ankh-Morpork)

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ger. Postamt; engl. Post Office

Allgemeines

Das Postamt von Ankh-Morpork liegt am entgegengesetzten Breiten Weg. Es war für viele Jahre außer Betrieb, nachdem es den Zustellern nicht mehr gelang, die Post zuzustellen und sich das Postamt bis über alle Stockwerke mit Briefen gefüllt hatte. Erst dem neuen Postminister Feucht von Lipwig gelang es nach einem Brand, der die alten Briefe vernichtete, das Postamt erfolgreich wieder zu eröffnen. Er führte dabei auch die ersten Briefmarken der Scheibenwelt ein.

Das Gebäude

Das Postamt war ursprünglich ein großes, funktionales, mehrstöckiges Gebäude, außen mit Säulen und Nischen verziert. Über dem Tor prangte die Inschrift: WEDER REGEN NOCH SCHNEE ODER DIE DUNKELHEIT DER NACHT KANN DIESE BOTEN VON IHRER PFLICHT ABHALTEN (engl. NEITHER RAIN NOR SNOW NOW GLOOM OF NIGHT CAN STAY THESE MESSENGERS ABOUT THEIR DUTY). Es unterteilt sich im wesentlichen in zwei Komplexe: Das eigentliche Postamt mit der Schalterhalle und den Kutschenhof.

Die Schalterhalle war ungewöhnlich prächtig: Zwei riesige Kronleuchter erhellten den mehrstöckigen Saal mit seinen Galerien und Balkonen. In der Mitte stand die goldene Statue eines an verschiedenen Stellen geflügelten Botengottes, den ein Ring von Schaltern umgab, aus wertvollen Edelhölzern geschreinert. Dazwischen fanden sich Tische mit Tintenfässchen. Im Keller unter der Schalterhalle stand die Sortiermaschine. Der Kutschenhof war hingegen einfach und funktional gestaltet und diente zur Versorgung der Postkutschenpferde.

Die Kronleuchter hängen inzwischen in der Oper und im großen Saal der Assassinengilde.

Das Postwesen vor dem Niedergang

Ankh-Morpork verfügte einmal über ein sehr gutes Postwesen. Die Post war zuverlässig, preiswert und Briefe wurden mehrmals täglich zugesellt. In den Geschäftsvierteln bis zu 8 mal am Tag! Das Postamt am entgegengesetzten Breiten Weg war das Hauptpostamt. Daneben gab es noch zahlreiche Filialen in den Stadtteilen. Viele Menschen arbeiteten voller Stolz für das Postamt und in einigen Familien wurde der Postdienst über Generationen gepflegt.

Die Sortiermaschine und der Niedergang

Der Niedergang dieser blühenden Institution beginnt, als ausgerechnet Bergholt Stuttley Johnson für das Postamt eine Briefsortiermaschine erfindet. Hierbei gelingt es mittels einer komplexen Verzwirbelung der Realität die Kreiszahl Pi auf den Wert 3 zu bringen, was er schöner findet als die üblichen vielen Nachkommastellen. Diese Vergewaltigung der Realität hat fatale Folgen für das Postamt: Es kommt zu einer massiven interdimensionalen Überfunktion der Sortiermaschine. Sie funktioniert eigentlich tadellos und spuckt alle zu sortierenden Briefe aus. Auch Briefe aus anderen Zeiten. Oder anderen Gegenwarten des Multiversums, auch solche, die nie geschrieben wurden, oder solche, die nie hätten geschrieben werden können. Eine Zeit lang versuchen die Zusteller ihr Möglichstes. Die einzige Lösung dieses Problems, das Vernichten der unzustellbaren Briefe aus den anderen Realitäten, widerspricht aber völlig den Postvorschriften über den Umgang mit den anvertrauten Sendungen und wird deshalb nie erwogen. Alle Briefe müssen aufgehoben werden. So erstickt das Postamt in der Flut der Briefe. Alles wird irgendwo verstaut und gelagert, immer weniger kann zugestellt werden und so kommt allmählich der Postverkehr gänzlich zum Erliegen. Da keine Briefe mehr befördert werden, werden die Gehaltszahlungen eingestellt. Nur noch Juniorpostbote Tolliver Grütze bewohnt jahrelang das verlassene Postamt, zuletzt zusammen mit Stanley Howler und hütet die Briefe.

Der Kutschendienst bleibt von der Krise weitgehend verschont und arbeitet nach der Schließung der Briefpost unter dem Großer Anton Aufrecht und später unter seinen Söhnen Kleiner Anton Aufrecht und Harry Aufrecht als privatwirtschaftliches Unternehmen weiter.

Glorioser Neuanfang

Mit der Ernennung des sympathischen, jungen und ideenreichen Feucht von Lipwig zum Postminister gelingt es dem Patrizier, Lord Vetinari, das Postamt erfolgreich wiederzubeleben.

Einige Briefe, die nun mit jahrzehntelanger Verspätung doch zugestellt werden, sorgen für erhebliches Aufsehen und bringen das Postamt in die Ankh-Morpork Times. Durch Ausgabe von Briefmarken, die einer genialen Idee des neuen Postministers entstammen, die von der Bevölkerung begeistert aufgegriffen wird, kann der Postverkehr erneut angekurbelt werden. Die Krise des Semaphordienstes Großer Strang, der trotz immer höherer Gebühren nicht mehr die rasche Nachrichtenübertragung gewährleisten kann, trägt jedoch wesentlich zum Erfolg des Wiederaufstiegs des Postamtes bei. Den ersten Postritt nach Sto Lat inszeniert der Postminister Feucht von Lipwig höchst effektvoll und medienwirksam ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da der Große Strang dorthin wegen technischer Probleme nicht senden kann. Auch die Wiederaufnahme des Postverkehrs nach Pseudopolis, diesmal mit den Postkutschen, trifft zeitlich mit einem Ausfall des Semaphorwesens zusammen.

Als bei einem gewaltigen Brand das alte Postamt mitsamt seinen Briefbergen und der Sortiermaschine vernichtet wird, rettet ein göttliches Wunder das Postamt vor dem erneuten Ruin. Die weltlichen Vertreter von gleich vier Gottheiten, nämlich die des Blinden Io, des Großen Om, des Krokodilgottes Offler und der Göttin Anoia reklamieren für die von ihnen vertreten Entitäten, dabei geholfen zu haben, dass Feucht von Lipwig, auf seine flehentliche Bittbriefe um göttlichen Beistand hin, 150.000 Ankh-Morpork Dollar fand. Diesen Fund macht der Postminister offenbar im Zustand der Gnade, völlig weggetreten, und vor einer großen Anzahl Zeugen. Nun, von den Altlasten unbeförderter Postberge befreit und mit Geldmitteln für den Wiederaufbau gesegnet, ist der Weg frei für einen kompletten Neuanfang.

Das wiederum sehr werbewirksam aufgezogene Wettrennen zwischen Postamt und Großem Strang nach Gennua endet völlig überraschend mit der Aufdeckung von betrügerischen Machenschaften der Semaphorgesellschaft Großer Strang. Große Teile der Geschäftsführung landen im Gefängnis, Reacher Gilt, der Vorstandsvorsitzende, bezahlt sogar mit seinem Leben. Übergangsweise übernimmt der Postminister die Leitung. Dass das Postamt das Wettrennen nicht gewonnen hat, ist in diesem Zusammenhang nicht weiter wichtig: Das Postamt hat ja schon dadurch gewonnen, dass es wieder das Vertrauen und die Sympathie der Bevölkerung erworben hatte und in Ankh-Morpork die Post zustellt.

Bücher mit dem Postamt